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BodySnatcher BBS.

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Was zum Geier ist eine BBS? Die korrekte englische Bezeichnung lautet "Bulletin Board System", im neudeutschen auch als "Mailbox" bezeichnet.Es handelte und handelt sich dabei um privat betriebene Computersysteme, die es schon vor der allgemeinen Verbreitung des Internet Ende der 90er Jahre ab Anfang der 80er Jahre Privatpersonen ermöglichten, weltweit elektronische Nachrichten zu versenden. Zu diesem Zweck waren die meisten Mailboxen an privat betriebene Datennetze angeschlossen, die üblicherweise nach dem Store and Forward-Prinzip die Mails von einem System zum anderen weiterschoben.

In Deutschland gab es neben dem Fido-Network auch das relativ weit verbreitete Z-NETZ. Während Fido auf einer hierarischen Baumstruktur und Adressen vergleichbar den Post- oder Bankleitzahlen beruht, war das Z-NETZ domainorientiert, vergleichbar dem Usenet (einem Dienst des Internet wie z.B. E-Mail, ftp oder das bekannte WorldWideWeb), in dem es schlussendlich aufging. Wer also in der übersicht der Usenet-Gruppen Teilbereiche findet, die mit /Z-NETZ/* anfangen, schaut auf die Überreste des alten Z-Netz, in deren Mailboxen ich mich Ende der 80er Jahre erstmals bewegt hatte.

Fido hingegen hat bis heute überlebt, führt aber nur noch ein Schattendasein. Waren im Spitzenjahr 1995 weltweit ca 40.000 Nodes im Fido organisiert, sind es jetzt noch ein paar Tausend, wobei die Struktur in der ursprüglichen Heimat Nordamerika (Zone 1) nur noch mit Mühe aufrecht erhalten werden kann. Der Zusammenbruch des Ostblocks hatte Ende der 90er Jahre nochmal einen Zuwachs in der Zone 2, Region 250 (Russland) gebracht, und um 2000 herum wurden neue Technologien zur Datenübertragung entwickelt. Zwar blieb es beim Übertragen komprimierter Datenpakete (was zu Anfang des Netzes wegen der hohen Telefongebühren entscheidend war!), doch statt der üblichen Modemverbindungen wurden die Datenpakete per FoIP (Fido over IP) oder als Anhang einer E-Mail (z.B. TransX)ausgetauscht, was die Kosten der Fernverbindungen dramatisch senkte. Leider aber führte die Verfügbarkeit des Internet für jedermann zu geringen Kosten zu einem Austrocknen der Mailbox-Szene.

Mein eigenes System habe ich aufgesetzt, nachdem ich 2001 innerhalb weniger Monate mehrfach den Node wechseln musste. Um an dieser Art der Kommmunikation teilzunehmen, musste man nämlich kein eigenes System betreiben, sondern konnte sich als sogenannter Point an ein System anhängen. Seine Mails holte man per Anruf beim Node, wobei die eigenen Antworten in komprimierten ZIP-Archiven hochgeladen wurden. Das Nodesystem wiederum entpackte die Datenpakete (Tossen), sortierte die öffentlichen Nachrichten in die eigene Mail-Datenbank ein, und verpackte öffentliche Nachrichten und persönliche Mails (Netmails) (Scannen) zur Weitergabe an den nächsthöheren Node in der Hierarchie (Pollen). Leider hängt die Adresse eines Points von der Netznummer des Nodes ab, so das ein Node-Wechsel jeweils einen Adresswechsel mit sich bringt, und um das zukünftig zu vermeiden, setzte ich die BodySnatcher auf.

Die BodySnatcher BBS hat die Fidonummer 2:2437/22, d.h. es handelt sich um das System mit der Nummer 22 im Regionalnetz 37 der Region 24 (Deutschland) in der Zone 2 (Europa). Nach dem Wegfall meiner ISDN-Anlage ist der analoge Zugang per Modem (erst einmal) entfallen, und mein System fungiert zur Zeit als End-Leaf-Node, das per FoIP die Daten von meinen Uplink-Systemen abholt. Erreichbar ist das System auf diesem Wege (noch) nicht, und ich hoffe immer noch, irgendwann die BBS per Telnet verfügbar zu machen.

Wer sich jetzt für das Thema Fido, Gateway und BBS interessiert, findet hier weiterführende Informationen:

Ein historisches Projekt Wikipedia: Fido Wikipedia: BBS (Mailbox) Google als BBS Hier was atmosphärisches zur BBS-Szene

Viel Spaß!

PS: Im übrigen wohne ich in der schönsten Stadt Deutschlands, Hannover, der "Großstadt im Grünen" :-)#